Die Historie der DLRG OG Marl

Bereits seit 1928 besteht der Stützpunkt Marl, doch wurde erst 1960 daraus eine Ortsgruppe als eingetragener Verein mit eigener Satzung. Während nach den ersten 30 Jahren die DLRG Marl nur etwa 50 Mitglieder zählte, stieg die Zahl umso mehr in den folgenden 30 Jahren. Heute zählt sie etwa 280 Mitglieder - sowohl Aktive als auch Passive.

In den Anfängen der DLRG Marl führte ein kleines, aber aktives Team die Ausbildung in der Lippe, im alten Loemühlebad und im Volksbad Marl durch. In der Kriegs- und Nachkriegszeit (1938-1947) kam die Arbeit zum Erliegen. 1947 wurden die Tätigkeiten im Bunabad, im Loemühlenbad und im Volksbad wieder aufgenommen. Als 1964 das städtische Hallenbad eröffnet wurde, verlegte man die gesamte Ausbildung dorthin, da die Freibäder auf Grund schlechten Wetters nicht immer genutzt werden konnten. Seitdem hat sich die Rettungsschwimmausbildung stabilisiert und konnte in den letzten Jahren durch viele neue Ausbilder erweitert werden.

Die Aufgabe der Wasserrettung am Wesel-Datteln-Kanal übernahm die DLRG 1958 mit einer „fliegenden“ Rettungsstation, bis 1960 die feste Station in Sickingmühle in Betrieb genommen werden konnte. Fast 30 Jahre diente diese Station als zentraler Punkt der DLRG Marl, bis sie auf Grund von Kanalbauarbeiten aufgegeben werden musste. Die Entscheidung für eine neue Station fiel nicht leicht, fehlte es doch an allen Ecken und Enden an finanziellen Mitteln. Doch mit Zuschüssen von Stadt, Land und Industrie und vor allem 2500 Stunden Eigenleistung der aktiven DLRG-Mitglieder konnte der Traum von einer neuen Wasserrettungsstation verwirklicht werden. Am 6. Oktober 1990 war es dann soweit: Die neue Wasserrettungsstation der DLRG Marl in der Nähe des Brasserter Hafens wurde eingeweiht. Seitdem dient die Wasserrettungsstation nicht nur dem Wasserrettungsdienst am Kanal. Sie ist gleichzeitig Ausbildungsstätte für die Ortsgruppe Marl und den Bezirk Emscher-Lippe-Land. Regelmäßig und gerne werden hier auch von anderen Bezirken und vom Landesverband Aus- und Fortbildungen durchgeführt. Sie ist Tagungsort für verschiedene Veranstaltungen und Vereinsheim für alle Mitglieder.

Als im Sommer 2001 das städtische Hallenbad wegen baulicher Mängel geschlossen werden musste, kam es auch zu einem Einbruch bei den Ausbildungszahlen. Bis dahin waren die Ausbilderkapazitäten und Qualifikationen kontinuierlich verbessert und erweitert worden. Das erhöhte Kursangebot insbesondere in der Anfängerschwimmausbildung wurde dankbar angenommen. Doch mit dem Umzug ins Hülsbad entfielen das Anfängerschwimmbecken und knapp die Hälfte der Bahnenstunden. Zugleich galt es dem in vielen Vereinen auftretenden Mitgliederschwund entgegenzuwirken. Mit einem neuen Kurs- und Team-System wurde ein interessantes und breit gefächertes Angebot geschaffen - vom Anfängerschwimmen bis hin zu qualifizierten Abschlüssen wie Lehrschein, Bootsführerschein oder der Fachausbildung Wasserrettungsdienst. Dadurch wurden die Schwerpunkte Ausbildung Schwimmen/Rettungsschwimmen, Wasserrettungsdienst und Katastrophenschutz an der DLRG Station miteinander verzahnt.

Seit 2006 ist die Ortgruppe Marl für den Katstrophenschutz des Landes NRW tätig. Bis heute wurden die Aktivitäten in diesem Bereich stetig ausgebaut. Die Ortsgruppe startete zunächst mit einem einzelnen Bootstrupp. Im Jahre 2008 wurde das Jugend-Einsatz-Team gegründet, welches Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren an den Wasserrettungsdienst und den Katastrophenschutz heranführt. Zudem spezialisierte man sich auf den Bereich der Strömungsrettung. Mit Erfolg, wie das Jahrhundert-Elbehochwasser im Jahre 2013 zeigte. Hier wurden unter anderem Einsatzkräfte der Ortgruppe Marl bei der Deichverteidigung eingesetzt. Dabei konnten sie dank ihres breiten Spezialwissens vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stehen. Seit dem Jahr 2016 stellt die Ortsgruppe Marl für den Katastrophenschutz zusätzlich einen Logistiktrupp. Dafür wurden ein Logistikanhänger und ein zweites Einsatzfahrzeug angeschafft. Der Ausbau erfolgte wieder unter hohem zeitlichen Einsatz und großem Engagement der Mitglieder. Es wurden hunderte Stunden an Eigenleistung eingebracht.

Zukünftig sollen die Bereiche Ausbildung und Einsatz der Ortsgruppe Marl weiterentwickelt werden. In der Ausbildung wollen wir eine qualitativ hochwertige Schwimmausbildung durchführen und uns stets weiter fortbilden. Auch im Bereich Einsatz wird auf eine breite Qualifikation der aktiven Mitglieder wert gelegt. Es ist unser Anspruch die notwendigen Einsatzkomponenten für die zukünftigen Herausforderungen vorzuhalten.